Wenn Vorurteile Menschen treffen, die mir am Herzen liegen
Sonntag, den 18. Oktober 2026
Es macht mich traurig, wenn ich höre, wie Menschen pauschal und abwertend über „die Türken“ oder „die Ausländer“ sprechen.
Manchmal ziehe ich mich dann zurück oder halte mich mit einer Antwort zurück. Weil mich solche Worte treffen und ich nicht immer sofort ausdrücken kann, was sie in mir auslösen. Mein Schweigen bedeutet keine Zustimmung.
Ich denke dann an die Menschen, mit denen ich meine Jugend verbringen durfte. An Freunde aus türkischen, aramäischen, italienischen und jugoslawischen Familien sowie vielen weiteren Nationen. An gemeinsames Lachen und die Herzlichkeit, die ich erleben durfte. Diese Zeit war einfach schön. Sie hat mich geprägt und meinen Blick auf Menschen bis heute beeinflusst.
Auch unsere gemeinsame Geschichte sollten wir dabei im Blick behalten: Deutschland warb Arbeitskräfte aus verschiedenen Ländern an, weil sie gebraucht wurden. Diese Menschen fanden Verdienstmöglichkeiten und trugen mit ihrer Arbeit zu unserem Wohlstand bei. Es war ein gegenseitiger Beitrag, der Anerkennung verdient.
Für mich haben diese Geschichten Gesichter. Deshalb wünsche ich mir, dass wir einander kennenlernen, zuhören und unsere eigenen Vorurteile hinterfragen, bevor wir über andere urteilen.
Und unabhängig davon, was jemand geleistet hat: Niemand muss sich Respekt und Menschenwürde erst verdienen.
„Erst wenn unser Name, unsere Religion und unsere Hautfarbe nicht mehr über unseren Wert und unsere Chancen entscheiden, sind wir gemeinsam am Ziel. Dafür werde ich mich weiter einsetzen. Denn eine Welt mit gleicher Würde und gleichen Chancen für alle ist unseren gemeinsamen Einsatz wert.“
Sven Weyh
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