Der direkte Vergleich: String- vs. Mikro-Wechselrichter
Montag, den 24. Februar 2025

Mikro-Wechselrichter: Die unterschätzte Revolution in der Photovoltaik
Die Wahl des richtigen Wechselrichters ist entscheidend für die Effizienz und Leistungsfähigkeit einer Photovoltaikanlage. Während klassische String- und Hybrid-Wechselrichter weit verbreitet sind, haben Mikro-Wechselrichter in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen. Doch was macht sie so besonders?
Der direkte Vergleich: String- vs. Mikro-Wechselrichter
Einphasige und dreiphasige Wechselrichter sowie Hybrid-Wechselrichter haben sich in vielen PV-Anlagen bewährt. Sie bündeln die erzeugte Gleichspannung mehrerer Module und wandeln sie zentral in Wechselstrom um. Das ist effizient – solange die Anlage optimal ausgerichtet und nicht verschattet ist. Doch genau hier liegt das Problem: Sobald einzelne Module im String durch Verschattung, Schmutz oder unterschiedliche Ausrichtungen geschwächt sind, beeinflussen sie die Leistung der gesamten Anlage negativ.
Mikro-Wechselrichter hingegen arbeiten dezentral. Jeder Mikro-Wechselrichter wird direkt an einem einzelnen Solarmodul montiert und wandelt die erzeugte Energie individuell in Wechselstrom um. Das bedeutet: Jedes Modul arbeitet unabhängig von den anderen, sodass eine Verschattung oder ein Leistungsabfall eines einzelnen Moduls nicht die gesamte Anlage beeinträchtigt.
Frühere Energiegewinnung durch geringere Spannungsanforderung
Ein oft übersehener Vorteil von Mikro-Wechselrichtern ist ihre Fähigkeit, früher in den Arbeitsbereich einzutreten. Während String-Wechselrichter eine Mindestspannung benötigen, um zu starten, arbeiten Mikro-Wechselrichter bereits bei geringeren Spannungen. Dadurch beginnt die Stromproduktion früher am Morgen, wenn die Sonne noch schwach ist, und hält länger am Abend an. Gerade in Regionen mit wechselhaften Wetterbedingungen kann das einen spürbaren Ertragsvorteil bringen.
Weitere Vorteile von Mikro-Wechselrichtern
• Höhere Ausfallsicherheit: Fällt ein Mikro-Wechselrichter aus, betrifft das nur ein Modul, nicht die gesamte Anlage.
• Bessere Überwachung: Die Leistung jedes einzelnen Moduls kann per App oder Monitoring-System detailliert analysiert werden.
• Flexible Erweiterung: Während String-Wechselrichter auf eine bestimmte Anlagengröße begrenzt sind, können PV-Anlagen mit Mikro-Wechselrichtern problemlos modular erweitert werden.
Die Zukunft gehört der Flexibilität
Mikro-Wechselrichter bieten eine clevere Alternative zu herkömmlichen Wechselrichtersystemen. Sie sind besonders für Dächer mit Teilverschattung, unterschiedlichen Ausrichtungen oder für Betreiber geeignet, die das Maximum aus ihrer Anlage herausholen möchten. Die Kombination aus höherer Effizienz, längerer Arbeitszeit und erhöhter Zuverlässigkeit macht sie zu einer zukunftsweisenden Lösung in der Photovoltaik.
Ja, auch Mikro-Wechselrichter haben gewisse Nachteile, und String-Wechselrichter bieten in manchen Szenarien Vorteile. Hier ein Überblick:
Nachteile von Mikro-Wechselrichtern
1. Höhere Anschaffungskosten
Da jeder Mikro-Wechselrichter einzeln montiert wird, sind die Kosten pro installiertem Kilowattpeak (kWp) meist höher als bei einem zentralen String-Wechselrichter. Besonders bei großen Anlagen kann das ins Gewicht fallen.
2. Mehr Installationsaufwand
Statt eines zentralen Geräts müssen viele kleine Wechselrichter angebracht und verdrahtet werden. Das erhöht die Montagezeit und kann höhere Installationskosten verursachen.
3. Wartung und Reparatur
Während ein String-Wechselrichter meist gut zugänglich ist, befinden sich Mikro-Wechselrichter direkt auf dem Dach unter den Modulen. Falls eine Reparatur nötig wird, kann das die Wartung komplizierter und teurer machen.
4. Begrenzte Leistung für große Anlagen
String-Wechselrichter sind in der Regel leistungsstärker und effizienter für große Solaranlagen ab 10 kWp. Mikro-Wechselrichter eignen sich eher für kleinere und mittelgroße Anlagen.
5. Hitzeentwicklung und Lebensdauer
Da Mikro-Wechselrichter auf dem Dach unter direkter Sonneneinstrahlung arbeiten, sind sie höheren Temperaturen ausgesetzt als zentral installierte Wechselrichter. Das könnte sich langfristig auf die Lebensdauer auswirken, wobei moderne Geräte bereits gut gegen Hitze geschützt sind.
Vorteile von String-Wechselrichtern gegenüber Mikro-Wechselrichtern
1. Kosteneffizienz
Für große PV-Anlagen ist ein String-Wechselrichter in der Regel die günstigere Wahl, da weniger Komponenten benötigt werden.
2. Weniger Verschleißpunkte
Ein einziges zentrales Gerät hat weniger elektronische Komponenten als viele kleine Mikro-Wechselrichter, wodurch das Risiko für Defekte reduziert werden kann.
3. Bessere Skalierbarkeit für große Systeme
Bei großen PV-Anlagen mit mehreren kWp kann ein leistungsstarker String-Wechselrichter effizienter arbeiten als eine Vielzahl einzelner Mikro-Wechselrichter.
Fazit: Welche Lösung ist die bessere?
Die Entscheidung hängt stark von den individuellen Gegebenheiten ab:
• Mikro-Wechselrichter sind ideal für Dächer mit Teilverschattung, unterschiedlichen Modulausrichtungen oder kleinen bis mittelgroßen Anlagen, bei denen maximale Effizienz pro Modul gewünscht ist.
• String-Wechselrichter sind besser für große, homogene PV-Anlagen mit guter Sonnenausbeute, da sie kosteneffizienter und einfacher zu warten sind.
Je nach Anwendungsfall kann es sich also lohnen, die Vor- und Nachteile genau abzuwägen. Eine Hybridlösung mit Moduloptimierern (z. B. von SolarEdge) könnte ebenfalls eine Option sein, um das Beste aus beiden Welten zu kombinieren.
Auch eine Lösung mit SMA-Wechselrichtern kann sinnvoll sein, da sie mit der ShadeFix-Technologie arbeiten, die Verschattungen optimiert und so die Leistung der Anlage verbessert.
Euer Sven Weyh
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